Irland – Ein Roadtrip (Teil 2)

Tag 1 des Roadtrips:

6:20 Uhr ich bin hellwach. Den Wecker habe ich mir auf 6:30 gestellt. An solchen Tagen bin ich aber immer schon einges vor dem Wecker wach. Ein vorsichtiger Blick aus dem Fenster: alles nass, windig und leichter Regen….. na Klasse. Ich nehm erst mal eine heiße Dusche, das kann glaub ich für heute nicht verkehrt sein. Schnell noch frühstücken und rein in die Mopped Klamotten. Ich trage die Rukka outcast Unterwäsche, den Vanucci Ventus III Textilkombi (sicherheitshalber mit dem Winterfutter), meine Daytona Motorradstiefel (100% wasserdicht und sehr bequem), um den Hals noch einen Buff, die Handschuhe sind von Held ein paar Winterhandschuhe (das Modell nennt sich 2270! Wer denkt sich solche Namen aus?). Den crossover Helm N44 von Nolan werde ich auf dieser Tour mal ausgiebig testen. Hierfür hatte ich bisher nur auf kurzen Strecken die Gelegenheit. Das gigantisch große Sichtfeld begeistert mich sehr. Vor dem Hotel steht schon unser Fuhrpark abfahbereit.

Mein erstes Motorrad für die nächsten 2 Tage wird die NC 700 S sein. Wir fahren von Dublin aus in südlicher Richtung erst durch das Landesinnere und später an der Küste entlang bis nach Cork. Die ersten Kilometer erwische ich mich öfters dabei, wie meine linke Hand nach einer Kupplung sucht. Auch der linke Fuß zappelt etwas gelangweilt auf der Fussraste umher. es ist aber doch sehr erstaunlich wie schnell man sich an diesen Comfort gewöhnt. Vermutlich würge ich wenn ich wieder zuhause bin an jeder Ampel meine Sevenfifty ab, weil ich vergesse die Kupplung zu ziehen …..

LinksverkehrDer Nolan N44 hat ein Sichtfeld wie ein Jethelm, ist aber ein vollwertiger Integralhelm, was bei diesem Wind hier sehr von Vorteil ist. Was mir viel mehr zu schaffen macht ist das Fahren auf der linken Seite. Vorallem links in einen Kreisel zu fahren…. Hammer! Und diese sog. Roundabout gibt es hier andauernd. In der Gruppe geht es ganz gut, aber wehe man fährt ein Stück alleine. Links fahren, links fahren, links fahren….. ich muss mir das verinnerlichen! Ich starte im D Modus. Der Modus ist extrem ökonomisch, 80 % der Fahrt befindet man sich recht untertourig im 5. oder 6. Gang. Um hier etwas mehr Spaß zu erhalten wechsle ich doch schnell in den S Modus. S steht in diesem Falle für Sport. Ich nenne es S für Spaß! Die Gänge werden schön ausgefahren und man kann auf flotte Kurvenhatz gehen. Ab und an schalte ich mit meiner linken Hand noch einen Gang runter um z.B. schön aus einer Kurve heraus beschleunigen zu können. Unsere Tourenguides sind aus Irland und scheinen die Ecke hier ganz gut zu kennen. Man kann sagen, wir sind recht zügig unterwegs. Ich kann mir nun vorstellen, warum es hier so oft roadracing Rennen gibt! Die meisten Landstrassen hier sind recht klein, der Asphalt ist meist gut und eine ganze Ecke rauher, als wir es von Deutschland kennen. Der Grip ist sagen wir mal sehr gut. Mit dem Wetter haben wir auch Glück. Es regnet nicht, der starke Wind trocknet die Straßen schnell ab und die Sonne zeigt sich vereinzelt hinter den Wolken.

Unsern ersten kurzen Stop machen wir auf den Wicklow Mountains. Wir haben von hier aus einen wunderbaren Blick nach Glendalough. Das Tal ist berühmt für seinen Turm. Es ist ein Schutzturm aus dem Jahre 1066. Hier hat man zur Zeit der Wikinger Invasion religiöse Heiligtümer versteckt um sie vor der Zerstörung durch die Wikinger zu schützen. Auf den Kuppen liegt noch Schnee. Der Wind fegt hier oben so stark, daß ich Angst habe meine NC alleine auf dem Seitenständer stehen zu lassen. Die Abfahrt von diesem Berg ist einfach genial. Traumhafte Kurven mit einer wunderbaren Skyline und diesen hübschen kleinen sehr alten Steinhäusern.
sconesDoch jetzt ist erstmal Teatime. In Irland wird zum Tee (ja gut, auf Nachfrage wird uns auch Kaffee serviert) immer Scones gegessen. Hier handelt es sich um süsse Brötchen. Diese werden mit nicht ganz so süsser Sahne und selbstgemachter Marmelade belegt. Schmeckt einfach fabelhaft. Ich glaube hier muss man vorsichtig sein: Kalorienalarm! Das Wetter wird immer besser. Mittlerweile haben wir blauen Himmel, vereinzelt einige kleine Wölkchen, aber nichts was nach Regen aussieht. Glück gehabt. Mein Textilkombi arbeitet bei diesen Temperaturen einwandfrei. Mir ist nicht kalt und ich fühle mich sehr wohl in den Klamotten. Das Sichtfeld des N44 ist so groß, das man direkt schielen muss um den Rand des Visiers sehen zu können. Weiter geht die Fahrt Richtung Süden. Wir fahren durch dichte Wälder. Jede Menge Schaafsweiden am Wegesrand. Wer hier Einschlafprobleme hat, kann sich einen Wolf zählen mit den ganzen Schaafen. Zum Mittagessen kehren wir in Sichtweite des Dunbrody Ship in New Ross ein. Nach dem Mittagessen wechsle ich zum ersten mal das Motorrad und fahre nun auf dern NC 700 X weiter. Verleitet die S durch ihre Sitzposition eher zum sportlichen fahren, wird man auf der X mit ihrer endurotypischen Sitzposition eher etwas langsamer. Die X ist der ideale Reisebegleiter auf langen Touren. Der Windschild arbeitet sehr gut und mit dem DCT Getriebe genügt auf der X auch der D Modus. Auf unserer Fahrt Richtung Süden durchqueren wir zahlreiche kleine Dörfer mit ihren lebendigen Innenstädten. Weiter geht es durch Waterford in Richtung Südküste. Es riecht nach Meer. Es kann nicht mehr lange dauern bis wir die Küste erreichen.

Die Küstenstrassen sind so herrlich, ich könnte hier tagelang entlangfahren. Einfach einzigartig diese Landschaft. Leider verlassen wir die Küste schon recht bald wieder und fahren ins Landesinnere in Richtung Cork. Ich schalte das n-com meines Nolan N44 ein und aktiviere den Radio…… Nach einigen Sendersuchläufen lande ich bei einem irischen Sender, der die ganze Zeit irische Volksmusik spielt. Im Zusammenspiel mit dieser herrlichen Landschaft wird mein Grinsen unter dem Helm immer breiter.
teatimeIn Lismore machen wir noch einen Stop zu dem hier typischen Afternoon Tea. Dreimal dürft ihr raten, was uns hier serviert wird! Richtig. Es gibt Scones, mit Sahne und Marmelade. LECKER! Frisch gestärkt geht es auch gleich flott weiter. Ich könnte bis in die Nacht so weiter fahren. Leider sind wir schon bald an unserem Tagesziel in Cork angekommen. Das letzte Stück unserer Tagesetappe bestreite ich dann mit dem Integra. Das erste mal auf einem Roller. An die Sitzposition muss man sich als Motorradfahrer erst einmal gewöhnen. “Füsse nach vorne nur im Sarg” kann ich da nur sagen. Die 48 PS des Großrollers sind aber schon recht anständig. Der Integra ist übrigens die einzige Honda, die es nur mit DCT Getriebe gibt.

Den Abend verbringen wir in einem der ältesten Pubs in Cork. “The Oliver Plunkett” nennt sich der Pub den es schon seit 1626 gibt. Er ist voll bis auf den letzten Platz. Auf einer kleinen Bühne gibt es irische Volksmusik. Geige, Gitarre und Zieharmonika sorgen für anständig Stimmung. Alt und Jung sitzen zusammen und lachen. Es wird getanzt und die Stimmung ist einfach großartig. Hallo, noch ne Runde Murphys Bitte. 23:30 Uhr ist Sperrstunde. Ab ins Hotel, noch schnell ein letztes Murphys an der Hotelbar und ab in Bettchen.

Und was das irische Wetter so morgen für uns geplant hat, lest ihr im 3. Teil meines Irlandbericht!

Ein Gedanke zu „Irland – Ein Roadtrip (Teil 2)“

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>