Cafe_Genua

Honda Crosstourer – Fahrtest der etwas längeren Art

Es war im August letzten Jahres, es war eines der heißesten Wochenenden des Jahres, wir hatten 2 Crosstourer (einmal mit DCT Getriebe) und wollten ein seit Jahren im Raum stehendes “Ereignis” zu Ende bringen. Wir,das ist der Kollege Griesgram und ich. “Laß uns Eis essen fahren” – “Gerne” – “Aber nicht irgendeine Eisdiele” – “Mittelmeer sollte es schon sein” – “Das beste Eis gibt es in Italien” – “Laß uns mal googlen” – “Hier: beste Eisdiele Genuas” – “Alles klar, die soll es sein”

2 Mann, 2 Motorräder,  eine Idee – also los.

Samstag 05.00 Uhr Abfahrt. Die Autobahnen in Deutschland sind leer,  wir drehen rechts,  Landschaft und Motorrad wird
schneller… 235 km/h zeigt der Tacho, 206 km/h das am Lenker montierte Iphone GPS. Mehr lässt sich aus dem V4 nicht rausholen. Bei Vollgas wird der V4 extrem durstig und nach gut 1h und knapp 170 km ist Schluß und wir müssen tanken. 14 Liter auf 100 km sind schon amtlich . Die häufigen Tankstopps versauen unseren Schnitt und so brauchen wir knapp 3h bis an die Schweizer Grenze. Die Sitzposition auf dem Crosstourer ist für solche Etappen einfach traumhaft. Der originale Windschild allerdings nervt ungemein. Er lässt sich (leider nur mit passendem Imbusschlüssel und jeder Menge Gefummel) zwar in 2 Positionen montieren, aber weder der lange Griesgram noch ich, mit meinen knapp 170 cm, sind mit einer der beiden Positionen zufrieden. Der Windabriß hängt immer irgendwo mitten auf dem Visier und das nervt. Kaufinteressenten sollten sich hier direkt auf dem Zubehörmarkt umschauen.

Die Schweiz zieht sich mit Ihren Geschwindigkeitsbegrenzungen wie ein Gummiseil. Wir gleiten mit 100 bis 120 km/h dahin und zählen die vielen Radaranlagen, die in der Schweiz zur Grundausstattung einer jeden Brücke bzw. größeren Beschilderung gehören. Der V4 läuft sehr ruhig, nix wackelt oder vibriert. Mit dieser Fahrweise geht der  Spritverbrauch runter auf 4 – 5 l je 100 km. Es hat fast etwas meditatives so durch ein Land zu gleiten. Endlich, gegen mittag, erreichen wir irgendwann nach dem Gotthard Tunnel die italienische Grenze. Land Nr. 3 auf dem Weg zur Eisdiele. Die Blitzer werden weniger, auch das mitgeführte Iphone (mit der Navigon Software) warnt wieder vor “Gefahrenstellen”. Wir werden etwas schneller. Von Mailand ab Richtung Genua wird die Autobahn zu einer wunderschönen kurvenreichen Schlange, die uns die Ecken aus den Reifen endlich wieder entfernen lässt.  Schon etliche Kilometer vor dem Mittelmeer kann man Selbiges schon riechen. Ich liebe diesen Geruch im Sommer, auch wenn er, einmal in Genua angekommen  von einem eher fischigen Duft übertünscht wird!

Am frühen Nachmittag erreichen wir Genua. Kurz ein paar Fotos am Hafen und schnell die Eisdiele aufsuchen. Und diese hat… geschlossen!  SIESTA oder was auch immer. Gut, dann also kein Eis. Stattdessen gibt es Espresso und was zu Essen auf die Hand. In einem kleinen Cafe in einer ebenso kleinen Seitenstrasse werden wir exclusiv vom Cafebesitzer bedient. Ok, wir sind lange Zeit die einzigen Gäste und der Wirt ist sehr gesprächig. Er redet auf uns ein, als würden wir jedes seiner italienischen Worte verstehen. Unsere Entschuldigung, ihn nicht zu verstehen hindert Ihn nicht daran einfach weiter zu plaudern …. Ich mag die Italiener! Wir treiben noch ein wenig durch die Stadt Genua und fahren dann in westlicher Richtung am Mittelmeer entlang. Knapp 820 km sind wir bisher unterwegs. Der Honda Crosstourer ist für solche Strecken absolut perfekt. Seit über 10h im Sattel und es fühlt sich an wie ein gemütlicher Tag auf der Couch. Wir fahren wieder Richtung Norden, hä, Richtung Norden, also zurück. Ihr habt richtig gelesen, aber dazu später mehr. Vorbei an Mailand erreichen wir wieder die Alpen. Diesmal fahren wir nicht durch den Tunnel sondern über den San Bernadino Pass in Richtung Österreich. Zack: Lichtenstein und huch schon wieder vorbei ist Land Nr. 4 auf unserer Tagestour. Als wir mit Österreich Land Nr. 5 erreichen haben wir rund 1100 km auf der Uhr. Durch die Hitze bekomme ich leichte Kopfschmerzen. Verdammt! Da hab ich wohl doch zu wenig getrunken über den Tag. Schön noch ein paar Kurven, ich liebe Österreich, und vorbei am Bodensee erreichen wir wieder Deutschland. Es wird wieder dunkel. Jetzt erstmal `ne etwas längere Pause. Mein Kopfschmerz Kopf schreit nach Pause und mein Magen nach was zu Essen. Knapp 400 km noch bis zurück zu unserem Startpunkt. Ze German Autobahn A7 ist Samstags Nacht recht leer. Wir treiben den Benzinverbrauch noch ein klein wenig nach oben und genießen die leere Autobahn. Um 2 Uhr Nachts erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt. Prost.

Rund 1800 km, 21 h Reisezeit, bei 17h im Sattel , knapp 300 € Sprit verblasen – das war ein richtig genialer Moppedtag. Kollege Griesgram will direkt weiter fahren. :) Unseren vor 4 Jahren erstmals geplanten Sattlesore haben wir jetzt endlich abgeschlossen. Ich falle müde aber irgendwie überglücklich ins Bett und schlafe binnen Sekunden ein. Gute Nacht zusammen.

Honda Crosstourer! Ab 14125 € inkl. Überführungskosten
Höchstgeschwindigkeit 206 km/h
Spritverbrauch: zwischen 4l und 14l ist alles möglich
Weiter Infos zu dem Crosstourer findet ihr hier!

3 Gedanken zu „Honda Crosstourer – Fahrtest der etwas längeren Art“

  1. Schöner Artikel! Ein bisschen Sommer-Nachlese tut Not in der kalten Jahreszeit. Wie ist das Urteil bzgl. DCT? Habt ihr die Moppeds mal durchgetauscht auf den kurvigen Etappen zwecks Vergleichstest?

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