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Diva di Bologna

Fühl dich Ducati, fühl dich Bologna, fühl dich achteinundzwanzig.

Vor einiger Zeit durfte ich im wunderschönen Bologna / Italien für die bikerszene.de den Presseevent zur neuen Ducati Monster 821 begleiten.
Hier nun mein Bericht dazu auch auf meinem Blog.

“Ende Juli noch eine Modellvorstellung bei Ducati, ist das nicht etwas spät in der bereits laufenden Saison?” war mein erster Gedanke. Nein sagt Claudio Domenicali, der CEO von Ducati auf Nachfrage. Im Gegenteil, wir sind dieses mal extrem früh, bei der 821 handelt es sich um ein 2015er Modell.

“Ducati ist Bologna” war der Slogan der Veranstaltung, welche in der Heimatstadt des traditionsreichen Motorradherstellers stattfand. “Hier sind wir zuhause, hier sind wir verwurzelt und hier ist die Monster 821 geboren.” Seit etwas mehr als 20 Jahren ist Ducati mit seinen Monster Modellen nun sehr erfolgreich im Segment der sportlichen Naked Bikes unterwegs. Auf Basis der ebenfalls vor kurzem erst vorgestellten Monster 1200, ausgestattet mit dem Testastretta-Motor aus der Hypermotard leistet die 821 satte 112 PS am Hinterrad. Der Klang des V2 ist Ducati-typisch sehr intensiv aber nicht übertrieben laut. Die 821 wird in der Saison 2015 die Monster 796 ablösen. Die luftgekühlte Monster 696 wird als Einstiegsmodell weiterhin am Markt bleiben, die Monster 1200 die Produktpalette nach oben abrunden.

Die 821 verfügt über 3 verschiedene Fahrmodi. ABS und Traktionskontrolle, sowie Ride-by-Wire sind ebenfalls mit an Bord. Auf die bei der 1200er verbaute Einarmschwinge wurde verzichtet. Die sonst bei den Monstermodellen typische hydraulische Kupplung wurde durch eine Seilzugkupplung ersetzt, welche aber sehr angenehm reagiert. In den Fahrmodi Sport und Touring liegt die volle Leistung am Hinterrad. Im Sport Modus ist das ABS und die Traktionskontrolle so eingestellt, dass Stoppies und Wheelies möglich sind. Die Gasannahme ist sehr direkt. Im Touringmodus ist das ABS und die DTC etwas aktiver und die Gasannahme nicht mehr ganz so direkt. Im Urban Fahrmodus liegen noch 79 PS am Hinterrad und das gesamte Handling geht sehr soft. Ich denke man kann diesen mit dem “Regen” Modus vieler anderer Hersteller gleich setzen. Ducati bezeichnet ihn auch als Citymodus. Das Cruisen durch den Stadtverkehr ist so sehr angenehm.

Das ABS (Baugleich zu dem der Monster 1200) kommt mit 9 Stufen daher. Die Traktionskontrolle verfügt über 8 Stufen. Die 3 Fahrmodi sind ganz nach Wunsch mit den ABS und Traktionsstufen frei programmierbar. Ebenfalls ist das komplette ausschalten von ABS und der Traktionskontrolle möglich. Der Wechsel zwischen den Fahrmodi kann während der Fahrt über die linke Lenkerarmatur problemlos vorgenommen werden.

Erstmal aus dem Stadtverkehr draußen, können wir der Monster 821 in dem kurvigen Geläuf des Futa Pass bei bestem Wetter und trockenen Straßen mal so richtig die Sporen geben. Der Erstausstattungsreifen Pirelli Diablo ROSSO 2 funktioniert hervorragend auf dem mit 179 kg Trockengewicht und 1480mm Radstand sehr handlichen Bike. Der Platz für die Stiefel des Fahrers ist leider genauso eng bemessen wie bei der großen Monster auch. Will man mit den Stiefelspitzen auf die Rasten, habe selbst ich mit einer Schuhgröße von eher bescheidenen 41 keinen Platz mehr für die Ferse des Schuhs. Ich kann meine Füße positionieren wie ich will, es fehlen ein paar Zentimeter an Platz. Will man nicht mit X-Beinen auf der Monster sitzen, rutschen die Füße automatisch etwas weiter nach vorne. Dies führt leider dann bei zügiger Kurvenfahrt zu häufiger Berührung der Stiefel mit dem Boden.

Ansonsten ist die Monster 821 ein Motorrad mit dem man erstaunlich schnell vertraut und auch schnell sehr zügig unterwegs ist. Das hintere Federbein ist einstellbar. Die vordere Federung leider nicht. Sie ist meiner Meinung nach auch etwas zu weich abgestimmt. Die Bremsen arbeiten gut, die Hinterradbremse meines Testmotorrades dürfte etwas mehr zupacken. Die Sitzbank lässt sich in 2 Höhen verstellen. Über weitere Zubehörsitzbänke (hiervon gibt es 2 Stück) können dann Sitzhöhen zwischen 74,5 cm und 80 cm realisiert werden. Der Lenkeinschlag ist Monster typisch bedingt durch den Stahlrohrrahmen sehr gering.

Optisch finde ich die Monster 821 sehr gelungen. Mit ihrer Leistung und dem Gewicht würde ich sie persönlich der 1200er vorziehen. Einziger nicht so schön gelöster Part an der Monster (wie auch bei der 1200er) finde ich die Wasserpumpe auf der linken Motorseite. Die sieht aus, als würde sie dort nicht hingehören.

Obwohl es sich bei der Monster 821 um ein 2015er Modell handelt, wird sie ab kommenden Monat bei den deutschen Ducati Händlern verfügbar sein. Es gibt Sie in der Version Monster Dark zum Preis von 10.490 € und in Ducatirot oder Matt Weiß zum Preis von 10.690 €. Alle Varianten sind ebenfalls als gedrosselte 48 PS Modelle verfügbar. Es wird ein umfangreiches Zubehörprogramm geben. Hierzu gehören 2 verschiedene Auspuffmodelle, Windschott, Tankrucksack, Soziustasche und auch Seitenkoffer. Über die Preise und Verfügbarkeit des Zubehörs konnte Ducati noch keine Aussage machen.Fahrzit:
Alles in allem kann man sagen, dass die Monster 821 sehr wertig verarbeitet ist. Das italienische Feeling kommt auf dem Bike perfekt zum Vorschein. Für mich ist sie ein gelungenes Charakterbike eben eine echte “Diva di Bologna”.

 

Metzeler Interact Technology Testtage 2011

Irgendwann im Mai! Irgendwo in Baden-Baden! Zum ersten mal in diesem Jahr hat Metzeler nicht nur Journalisten, sondern auch Blogger aus der Motorradszene zum Reifentest geladen.

So langsam haben diese Treffen den Charakter von “Klassentreffen” Die Szene kennt sich, man versteht sich und hat in aller Regel auch jede Menge Spaß zusammen. Dementsprechend spät wurde es Abends im Hotel :-). Am nächsten Morgen ging es dann ziemlich verschlafen und müde in Richtung Baden Airpark auf den LUK Drive Center. Nach dem Check in am Counter mit der typischen Prozedur: Führerschein, Selbstbeteiligung, Haftungsauschluß ging es direkt in die Boxengasse.   Boah! Was da stand machte sofort und ohne Verzögerung hellwach. Grad so wie ne Eisdusche, aber seht selbst:

BMW S1000RR
BMW S1000RR

Da standen 28 BMW S1000RR mit den verschiedensten Metzeler Interact Reifen und warteten darauf von uns auf der Rennstrecke bewegt zu werden. #geilomat
Eingeteilt in verschiedene Gruppen (Raser, Fahrer und Schnecken :-)) und begleitet von Instruktoren, welche dir die Strecke zeigten und dich “einfuhren” war das alles ein Riesenspaß.
Die interact Technologie von Metzeler fühlt sich sehr sicher an. Mehr zu dieser Reifentechnik findet ihr hier. Und wenn man dann so ein par Runden unterwegs war, muß der Reifen so aussehen :-) :

Grip
Grip

Nach dem Mittagstisch gings dann auf eine Runde durch den Schwarzwald. Hier standen uns auch die verschiedensten Motorräder mit den verschiedensten Metzeler Reifensetups zur Verfügung. Mein Helm landete sofort auf dem Rückspiegel einer Kawasaki Z1000. Das Ding macht einfach nur Spass. Leider fing es an zu regnen :-(. Also langsam angehen lassen…..

Z1000 - Mein heutiger Nachtisch :-)
Z1000 - Mein heutiger Nachtisch :-)

Es gab auch noch die Möglichkeit zum Enduro fahren. Hätte ich gerne gemacht, ist aber seit meinem Unfall nicht so toll mit meinem kränkelnden Fuss.

Ein besonderer Dank geht an Metzeler für die Einladung.

Mit von der Partie waren unter anderem: @moto1203, @ErnieTroelf, @griesgram999, @pistonpin, @Biketourgermany, @rideexperiencede und @SystemStig

Mehr lesen über den event könnt ihr hier, hier, hier, oder auch hier! Oder ihr fragt google :-)

Im Anschluß gings dann noch quer durch den Schwarzwald zum Touratech Travel Event. Doch dazu später mehr!

Honda -Power of Dreams- Testtage

Honda hat es sich nicht nehmen lassen zu seinen diesjährigen Pressetagen auch die gesamte Blogger und Twitterszene einzuladen.
Schön war, die ganze Bande und viele neue Gesichter mal wieder vereint zu sehen. Hatte schon fasst den Charakter eines kleinen Klassentreffens.

Die Location, das neue Honda Test- und Schulungsgelände in Erlensee, direkt vor den Toren des Spessarts und des Vogelbergs gelegen, war der ideale Ausgangspunkt für die ein oder andere schöne Runde auf der einen oder anderen Honda!

Gesagt getan! Am Check in registriert und gleich mal den 1. Moppedschlüssel abgegriffen.

CB 1000R:
Kann man die als Charaktermopped bezeichen? Ich würde sagen ja. Die nackte 1000er ist einfach super handlich, hat Kraft ohne Ende und macht einfach nur Spaß! Wenn ihr irgendwo die Gelegenheit habt, fahrt sie! Ich kanns nur empfehlen.

Fireblade:
Vorsicht! Die Gefahr seinen Führerschein zu verlieren ist bei der Fireblade ganz hoch!
Eine echte Rennmaschiene, die auch verlangt, wie eine solche bewegt zu werden. Oberhalb von 7000 Touren tritt einem die Kleine so richtig ins Kreuz. Und sie will immer oberhalb von 7000 Touren bewegt werden :-)

VT 750:
Ja, glaubt es oder nicht, ich bin zum ersten mal einen Chopper gefahren. Gemütlich gings mit @epicfnord im Schlepptau auf die nahegelegene Ronneburg. Die Rasten knarrten in jeder noch so kleinen Kurve. Sehr entspannend das Ganze. Ich werd’s auch so in 15 – 20 Jahren bestimmt nochmal probieren… vielleicht!

Crossrunner:
Endlich! Es gab nur 3 neue Crossrunner zum testen. Dementsprechend umgarnt waren die 3 Moppeds auch. Aber nun kann ich ja mal die nächste Stunde ein wenig mit ihr spielen.
Der V4 hat auf dem Mopped richtig Charakter. Er fühlt sich gut an! Lässt sich gut ans Gas nehmen und auch dieses Ventilgedöns schaltet ordentlich bei höheren Drehzahlen.
Sie hat trotz nur 800 ccm ordentlich Kraft und ist bestimmt ein traumhaft schönes Reisemotorrad.
Nur wo steckt man sie hin? Enduro? Strasse? GS? Die Optik ist etwas gewöhnungsbedürftig, könnte auch zu einem Boot passen, hat aber trotzdem irgendwas ansprechendes.
Aber hey Honda, wer hat dieses riesige Loch da rund um den Lenker gebaut? Das geht ja gar nicht. Sieht ein wenig aus wie ein Ford Kaa mit geöffneter Heckklappe. Ich hoffe das wird bei der 1200er besser! Ohne dieses Loch könnte ich mir die Crossrunner ( oder heisst es der) gut in meiner Garage vorstellen.

Fazit:
Die 600er CBR hätt ich gerne noch getestet und die CBR 250 war irgendwie nicht zu schnappen.
Das dann halt wann anders. Eine Honda ist immer gut zu handhaben. Alles ist super durchdacht, technisch perfekt realisiert und solide verarbeitet. Aber bleibt da nicht manchmal der sogenannte “Charakter” auf der Strecke? Die Ecken und Kanten, die eigentlich so ein eigenes Motorrad ausmachen vermisse ich hier weitestgehend. Was ich mir noch unbedingt hier in Deutschland wünschen würde wäre die wunderschöne CB 1100. Ich kann gar nicht verstehen, daß hier die Nachfrage zu gering sei und die Leistung von knapp 100 PS nicht ausreichend…..